Billy und der erste Wurf
- Matthias Düsterhöft

- 15. Apr. 2025
- 2 Min. Lesezeit
Etwa ein Jahr später kam der nächste Gedanke – wie das eben so ist, wenn man sich verliebt hat: „Wie schön wäre es, wenn Ronja einmal eigene Babys hätte?“ Die Idee kam von meiner Frau, ganz nebenbei, aber sie ließ uns nicht mehr los. Natürlich brauchten wir dafür einen passenden Rüden. Und so begannen wir unsere Suche.

Jedes Mal, wenn wir irgendwo jemanden mit einem Jack Russell Rüden trafen, fragten wir ganz hoffnungsvoll: „Würden Sie Ihren Rüden vielleicht mal zum Decken zur Verfügung stellen?“ Doch die Antworten waren meistens ernüchternd. Einige wollten nicht, dass ihr Rüde „auf den Geschmack“ kommt. Andere hatten ihren Hund bereits kastrieren lassen. Unsere kleine Idee schien gar nicht so einfach umzusetzen zu sein.
Doch dann – wieder ein Sonntag, wieder ein Blick in die Zeitung. Dort stand: „Jack Russell Rüde abzugeben“. Ganz in der Nähe, in einem kleinen Dorf, nicht weit von der ehemaligen Grenze. Ohne lange zu überlegen, machten wir uns auf den Weg.
Der Bauernhof, den wir erreichten, lag ruhig zwischen Feldern. Als wir vorsichtig durch das geöffnete Tor traten, kam er uns entgegen: Billy. Ein kleiner Jack Russell Rüde, wie aus einer anderen Zeit – quirlig, wild, voller Energie. Er flitzte aus der Scheune, als hätte er uns längst erwartet.
Billy hatte diese ganz eigene Ausstrahlung. Seine Beine waren ein wenig krumm – typisch für die Rasse, wie wir später erfuhren – aber gerade das machte ihn umso liebenswerter. Er stürmte direkt in unsere Herzen. Es war keine Frage mehr: Billy gehörte zu uns.
Wir nahmen ihn mit, voller Vorfreude auf das, was kommen würde.
Und wie das Leben manchmal spielt, dauerte es gar nicht lange. Als unsere Ronja alt genug war, kam er – unser erster Wurf. Die ersten eigenen Welpen. Und damit der Anfang von etwas ganz Besonderem.
Es war ein unvergesslicher Moment. Die kleinen Wesen, warm, blind und vollkommen auf uns angewiesen, lagen da – ein kleines Wunder. Es war ein Gefühl zwischen Staunen und Glück, zwischen Fürsorge und Ehrfurcht. Unser Zuhause verwandelte sich in einen Ort des Lebens, der Liebe und der leisen Magie.
Wir waren nicht länger nur Hundebesitzer. Wir waren Begleiter eines Anfangs geworden. Und wir ahnten noch nicht, dass dies nur der erste Schritt war – auf einem Weg, der uns tief und liebevoll in die Welt der Hundezucht führen sollte.


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